Stolpersteine und mehr

Gepostet von am Juli 13, 2015 in Geschichtliches, Initiative Essen-Süd | Keine Kommentare

Stolpersteine und mehr

Am 28.04.2015 verlegte der Künstler Gunter Demnig 25 Stolpersteine in der Von-Seeckt- und der Von-Einem-Str. Sie erinnern an 25 verfolgte und ermordete Jüdinnen und Juden, die hier wohnten.
Obwohl die Verlegung an einem Vormittag stattfand, nahmen viele Anwohner/innen an der Veranstaltung teil, bei der neben dem handwerklichen Geschehen auch immer wieder Ruhe für nachdenkliche Texte und stilles Gedenken einkehrte.
Einige Fotos von der Verlegung finden Sie hier.
Für den Abend hatte das Künstler-Duo Sago zu einer Benefiz-Veranstaltung eingeladen. Gemeinsam mit ihren Gästen gestalteten sie ein künstlerisch vielseitiges, beeindruckendes, liebevolles und berührendes Programm, das immer wieder Brücken schlug zwischen der Erinnerung an die durch Nazis Ermordeten und der heutigen herzlichen und versöhnenden Begegnung der Lebenden.
Einige Tage später ermöglichte die Veranstaltung „Stolpersteine und mehr: Erinnerungskultur für Essen“ eine bewusste Auseinandersetzung mit den  vielfältigen Formen des Gedenkens, zu dem nicht nur die Stolperstein-Verlegung selbst, sondern hier in Essen wie anderswo auch die  begleitenden Aktivitäten und Veranstaltungen einladen.
Wie wichtig das Gedenken an früher Verstorbene und Ermordete für die Lebenden ist, wurde in der ganzen Woche erlebbar durch die Gäste aus Brasilien: Susanne Caspary, Tochter einer geflohenen Jüdin aus der von-Einem-Straße, und ihr Mann Thomas erlebten die Wertschätzung für ihre Vorfahren und bereicherten die Veranstaltungen mit ihren interessanten Beiträgen, ihrer Offenheit und ihrer Warmherzigkeit.
Wer mehr über die jüdischen Mitbürger/innen wissen will, an die die Stolpersteine erinnern, dem/der sei die Broschüre empfohlen: „Stolpersteine in der Von-Einem-Str. und der Von-Seeckt-Str. in Essen-Süd“. Dass sie nicht nur viele Detailinformationen zu den Lebensstationen dieser Menschen enthält, sondern auch mit großer Sorgfalt gestaltet ist, drückt Achtung und Zugewandtheit denen gegenüber aus, deren furchtbares Schicksal hier beschrieben ist.
Wer die Broschüre bekommen möchte, kann sich gern per Mail an uns wenden: mail@essen-sued.de

Ein großer Dank geht an den Historischen Verein für Stadt und Stift Essen (www.hv-essen.de), der die Stolperstein-Verlegungen in Essen koordiniert und mit der Stadt abstimmt. Vor allem aber ist der „Geschichtsgruppe“ der Anwohner-Initiative zu danken, die über Jahre mit langer Geduld und Akribie recherchierte. Und die auch am Ende dieser Strecke noch so viel Kraft und Ideenreichtum aktivieren konnte, um die beeindruckende Veranstaltungsreihe und die Broschüre zu gestalten und damit viele Menschen aus unserem Viertel teilhaben zu lassen an diesem Teil der Geschichte unserer Stadt.

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